Auf geSalZHenen Pfaden
Nun ist es also soweit: Die zwei Jahre vergingen im Flug und ich blicke zurück und es kommt mir vor, als hätte ich erst gestern diese Stelle angetreten. Vieles geht mir durch den Kopf, wenn ich nachsinne, welches meine Highlights waren an dieser Schule.
Waren es die vielen Events, die immer wieder die Spannung und den Einsatz der Kinder gewannen und aufrecht erhielten? Waren es vielleicht die wertvollen Projekte und Workshops, die den Schulbetrieb mit alltagstauglichem und greifbarem Wissen bereicherten? Waren es die engagierten Lehrer und Angestellten, die immer wieder die Extrameile gehen und neue pädagogische Wege beschreiten? War es das Schulklima oder der Mittagstisch?
Alle diese Qualitäten machen die SalZH als Schule aus. Fehlte etwas davon, würde man das bald merken.
Mein persönliches Highlight in diesen beiden Jahren war aber eindeutig das „musikalische Klima“, das hier herrscht. Es berührte mich immer wieder, wenn ich Schülerinnen und Schüler sah, die im Schulalltag fast unscheinbar mitgehen und dann plötzlich in der Musik aufblühen und glänzen. Ich denke, die SalZH hat da ein Angebot an Musiklehrerinnen und –lehrern, das sich sich sehen lässt. Nicht nur ihre Professionalität, sondern ihre Begeisterungsfähigkeit und ihre Gabe, die Freude an der Musik zu wecken, zeugt von einem echten Verständnis darüber, was Musik ist und sein soll.
Nach meiner letzten Stelle als Musiklehrer und als langjähriger Gitarrenlehrer bekam ich die Gelegenheit auch hier an der SalZH ein kleines Bandprojekt auf die Beine zu stellen. Mit dem Creabunker wollte ich Kindern einen Zugang zur Musik ermöglichen, der auch ohne grosse Notenlese-Kenntnis auskommt. Rockmusik ist für mich ein Ausdruck von Lebensfreude und Auseinandersetzung mit bewegenden Themen. Auch Schreien und laut sein hat da seinen Platz, etwas, das im sonstigen Unterricht eher „suboptimal“ ist...
Im Musical „Das Denkmal“ und im Schlusskonzert „Rock the Cellar“ konnten die Jungs erste Banderfahrung sammeln und lernten auch, mit ihrer Leidenschaft vor Leute hinzustehen und sie an ihrem Gelernten teilhaben zu lassen.
Diese Art, mit Jugendlichen Musik zu machen war schon immer ein Teil meines „Codes“ und wird sicher in irgend einer Form weitergehen.
Mein Weg führt mich weiter nach Fehraltorf, wo ich eine 4. Klasse übernehmen werde. Unser Fernziel ist es, in zwei bis drei Jahren nach Amerika auszuwandern, wir haben aber noch nichts Konkretes in der Hand was Ortschaft, Job und genauen Zeitpunkt anbetrifft. Ich werde auf jeden Fall mit der SalZH im Kontakt bleiben, auch wenn ich neue Pfade beschreite. Wie uns im Winter die „gesalzhenen“ Pfade vor dem „Durchdrehen“ schützen, so waren auch diese beiden Startjahre in Winterthur für mich eine schöne Zeit, in der ich Fuss fassen und Boden gewinnen konnte.
Ich werde gerne auf diese Zeit zurückschauen! Danke Euch allen!
Gabriel Hendrix / 12.07.2011