Feuerwehrmann, Polizist, Mafiaboss, Lehrer oder ...

Praktikant in der SalZH

 

„Ich möchte 18 Jahre alt werden. Dann will ich Feuerwehrmann werden. Und dann Polizist. Und dann Mafiaboss. Und dann Lehrer.“ So beginnt kürzlich ein 4. Klässler seine Kurzgeschichte die er im Unterricht schreiben muss. Ich schmunzle und denke: „…und dann Praktikant in der SalZH“.

 

Während ich an diesem Tag den Mittagstisch vorbereite, mache ich mir einige Gedanken über meine Arbeit in der SalZH und stelle fest, dass genau die Anforderungen dieser kindlichen Traumberufe auch bei meiner Arbeit hilfreich sind. Vielleicht wäre dies die ideale Vorbildung für meine Arbeit als Praktikant gewesen. Oder eben doch nicht?!

 

Zum Glück musste ich bis jetzt keine richtigen Feuer löschen. „Brennen“ tut es jedoch immer wieder irgendwo. Verstopfte Abflüsse, überschwemmte Gänge oder blutende Daumen! Dies sind Ernstfälle bei denen die Eile und die Entschlossenheit eines Feuerwehrmannes sehr hilfreich ist.

 

Bei der Ämtli-Aufsicht oder beim Schlichten eines Streites brauche ich hingegen manchmal den scharfen Blick und die Genauigkeit eines Polizisten.

 

Jeden Mittag wollen 70 hungrige Kindermäuler gestopft werden. Eine wilde Horde hungriger Kinder zu beaufsichtigen ist jeweils eine grosse Herausforderung. Wahrscheinlich würde mir hin und wieder die Coolness und Autorität eines Mafiabosses beim Mittagstisch zu Gute kommen.

 

Und bei der Unterstützung im Unterricht und der Aufgabenhilfe ist schliesslich die Hilfsbereitschaft und unermüdliche Ausdauer eines SalZH-Lehrers gefragt.

 

Ich freue mich darüber, wie vielseitig, lehrreich und herausfordernd sich meine Arbeit gestaltet. Zudem wird mir der riesige Wert an Erfahrungen und neu Erlerntem in ebendiesen Anforderungen bewusst. Ich komme zum Schluss: Feuerwehrmann, Polizist, Mafiaboss, Lehrer, oder ganz einfach - Jahrespraktikant bei der SalZH.

 

Ein Blick auf die Uhr holt mich zurück in die Gegenwart. Es ist drei Minuten vor zwölf. Inzwischen ist alles für das Mittagessen vorbereitet. Das Essen ist in den Warmhaltewagen, die Lehrer und Helfer stehen dahinter, und ich warte mit der Glocke in der Hand bis jedes Kind seinen Platz gefunden hat. Ich freue mich auf einen weiteren lebendigen Mittagstisch.

 

Lukas Flückiger / 22.06.2011

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